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GRÜN FÜR GRAU
STIPPVISITE IN BAYERN

Donnerstag, September 25th, 2008

Hier tut sich momentan doch wieder einiges. Ich hab es endlich geschafft mein Bankkonto zu eröffnen, meine Anmeldung liegt beim Concierge und ich hab mir nen Deckenfluter aus dem Sperrmüll gezogen, den ich bisher vergeblich versuche wieder zum fluten zu bewegen. Nun hab ich sogar neben meiner Spezialbirnenbestellung noch ne Packung  T 2.5 A 250V Sicherungen aus den USA draufgelegt. Da der Dollar momentan ja nicht mehr reißt als die mongolischen Tugriks, ist es wohl billiger per web in den Staaten einzukaufen als in die Stadt zu fahren.

Hier schreitet der Herbst mit riesen Schritten voran, Grund genug also eher die Füße zu bestelltem Thaifood inklusive dumplings (quasi-asiatische Maultausche) auszustrecken und einen Film nach dem anderen zu verschlingen. Dank meines Mitbewohners, der über eine universale Filmsammlung verfügt, habe ich wohl in den letzten Wochen mehr Streifen geschaut als in den vergangenen 2 Jahren. Nur ins Kino komme ich momentan nicht mehr.

Letztes Wochenende gab es eine schöne Abwechslung: Familienreunion in Regensburg. Zack in den Flieger und erstmal nach München mit unliebsamem Zwischenstop in Zürich. Die Fliegerei hat mich zwei Sachen gelehrt: die Swiss Air spielt neben, wohl noch eher vor der Lufthansa die erste Geige im Grafikdesign der Airlines. Die Lufthansa ruht sich wohl zu sehr auf ihren Aicher-Lorbeeren aus.

Die Kotztüten, mit dem Decknamen “Abfall” versehen, sind wie andere Utensilien (Schokipackung, E-Ticket, etc.) wunderbar reduziert gehalten, so dass man sogar die Gelegenheit hat die Außenseite mit tollen Mustern zu gestalten, wenn man denn nicht trifft. Ein ganz dickes Minus gibt es für die jpg-verpixelten Karten mit den Sicherheitsanweisungen. Die zweite Erkenntnis auf den Flügen waren großspurige Deutsche, die mit pseudoenglischem Verbalgepansche am Mobiltelefon auffielen (”wir hatten da ein issue”) und zwei Schweizer, die es geschafft haben von Zürich nach London ununterbrochen zu quasseln. Dabei dachte ich immer ihr wärt so still.

Nachdem ich mit Genickstarre einsehen musste, dass München auch ordentliche Plattenbauten hat, konnte ich aus der Hüfte ein Model abschießen, dass die Fußgängerzone als Laufsteg mißbrauchte. Später durfte ich noch ein weiteres Fräulein mit lasziver Pose in Naturumgebung ablichten (musste ich leider hier zensieren, kann sein dass meine Neffen nun mittlerweile auch schon im www rumbubeln).

Natur pur gabs dann das Wochenende über in und um Regensburg. Entlang des grandiosen Donauufers ging es mit 2 Dutzend Verwandten zum Kloster Weltenburg, dort wurden Fleisch und Bier (das älteste Klosterbier der Welt) eingeflößt. Mit dickem Ranzen ging es dann zurück, unter anderem an einem in Felsen gebauten Kirchenbau. Martins und mein Enrique Iglesias-Projekt läßt grüßen. War mir gar nicht bewusst, wie toll Germania doch ist. Meinen Heulkrampf beim Abschied begleitete dann logischerweise eine original bayerische Weißwurst.

PICTURES

GRAFIKHERBST 1
GRAPHIC AUTUMN 1

Montag, Oktober 15th, 2007

dere

Gleich zu Beginn des neuen, letzten Semesters trieb es drei Freunde und mich nach Regensburg, wo zum dritten Mal die dere (Grafikdesignschau) in Regensburg stattfand. Auf dem Programm standen vier Vorträge zum Thema “Demokratie wagen”, was aber leider ein wenig zu kurz kam. Die erwarteten Kaliber – Hesse und Hauser – konnte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. War es doch letzten Endes eher eine Portfolioschau und eine Designauffassung, die ich nicht nachvollziehen kann (u.a. “Design ist Luxusgut, nicht lebensnotwendig”).

Dafür glänzten ein forscher und konsequenter Gerwin Schmidt, der sehr anschaulich erklärte, warum es kein Design von der Stange geben kann, sowie ein unterhaltsamer Martin Binder. Dieser hat früher bei uns in Würzburg Typografie studiert und einen “Kompromissfont” zwischen(!) Helvetica und Akzidenz Grotesk entworfen.

“DIN-Martin” kann 200 Schriften identifizieren und hat ein Typometer herausgegeben, auf dem er sein Lieblingsapfelkuchenrezept abgedruckt hat. Zudem gab es eine Miniausstellung dreier Nürnberger Diplomanden, die vor allem mit spannenden Illustrationen glänzen konnten.

First design event in this semester: the “graphic design show” dere in Regensburg, Bavaria. Accompanied by 3 friends we took place on our seats to listen to 4 speakers debating about “democracy in design”. Very interesting, but at the same time quite disappointing. Such as the renowned German designer Hesse who spoke out on the role of design in society: “Its just luxury and probably even dispensable if we had to.”

Sure, très magnifique! Lets try to get along without any designed information (no matter if its ugly or “aesthetic”), signage systems and interfaces. Things like that arent essential at all. Right. Fortunately a cool guy called Gerwin Schmidt saved my mood – explaining in a very metaphoric way why there cant be literally ready-made design. I give a try – the scenario: A gifted, conscientious (!) author of “love letters”. 2 clients.

One guy wants an encyclopaedic letter, 20 pages written pompously using phrases like “your silk hair sparkles in the moonlight like the mystic eyes of the unicorn” …or something like that. The other guy just expects one sheet of paper presenting one sentence to his beloved: “Tomorrow morning – banging at 8 o’clock.” Different people – different needs! Oh I nearly forgot to mention the small, but interesting exhibition besides the lectures. Pretty impressive illustrations.

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