08/01/2011

Achtung Geek-Artikel, wenn auch nur ein kleiner: warum lassen sich bei einem derart großen Design-Projekt wie bei dem Leitsystem für den Fraport so viele Mängel entdecken? Das beginnt im Grundkonzept, dass die Gates aber auch die Check-in Bereiche beide mit A, B, C, D… hierarchisiert sind, was so zwangsläufig Verwirrung stiftet, und setzt sich im Detail fort.

Schaut man auf die Elemente auf dem Schild oben, stellen sich mir mindestens 4 Fragen:
1) Warum wurden die Elemente platt auf das Schild geklatscht anstatt sie mit Abständen differenzierter in ihrer Zugehörigkeit zu setzen, was die Aufnahme leichter machen würde?
2) Warum wurde das Flugzeugpiktogramm in das Quadrat gequetscht? Mehr Abstand schadet auch hier nicht.
3) Warum ist das Wort “Gates” so hastig gesetzt, dass der Abstand zwischen a und t zu groß gerät – Ga tes.
4) Warum wurde bei der 1–4 ein Trennstrich anstelle vom Halbgeviertstrich benutzt und einmal mehr mit den ungleichen Zwischenräumen jongliert?

Die Kritik mag ja äußerst kleinlich erscheinen, doch bei einem Projekt dieser Größe wünscht man sich mehr Auge fürs Detail.

Tags:

4 responses to “LEITSYSTEM FRANKFURTER FLUGHAFEN
WARUM?”

  1. Steffi says:

    Warum?
    Nur für den Kick, für den Augenblick?
    Warum?

  2. Martin says:

    Aus der Erfahrung mit dem Flughafen München ist sowas leider an der Tagesordnung, da Designfirmen im Normalfall, die Vorgaben entwerfen und in einem Schilderkatalog die Inhalte jedes Schildes festhalten (diese sind grafisch nur sporadisch gesetzt) mit den Satzspiegeln für die Schilder setzen dann die ausführenden Firmen alle Inhalte was zu vielen Fehlern führt, manche werden toleriert manche werden korrigiert, wir geben da nur empfehlungen, der Kunde (in dem Fall der Flughafen) muss dann entscheiden obs korrigiert wird oder nicht.

    Wieso das so ist? Weils anders viel zu teuer wäre, Geld spielt leider eine große Rolle dabei. Ich gebe ungerne sowas ab aber mir bleibt keine andere Wahl und daher versuche ich neuerdings die Satzspiegel so simpel wie möglich zu halten damit sich sowenig Fehler wie möglich einschleichen. Die ausführenden Firmen haben da leider kein Auge wie wir.

    Meistens kommt da auch noch enormer Zeitdruck dazu, das kennst du ja auch. Dieser Zeitdruck setzt sich in der Produktion leider fort das erklärt sicherlich auch die mangelhafte Qualität von vielen Projektausführungen.

    Dies verzeicht aber natürlich nicht solche Fehler wie das Flugzeugpiktogramm und ein unübersichtliches Layout und den kurzen Trennstrich der sowieso beschießen daher kommt und den viel zu langen Pfeilstamm…

    Das das Wort “Gate” sauber gesetzt ist kannst du leider gerade bei so großen Projekten nicht erwarten. Das ist so wie mit dem Kochen, wenn du für 2 kochst gehst du bis ins Detail an den geschmack heran wenn du aber für 100 Leute kochen musst in einem riesen Topf dann bist du schon glücklich wenn die Tomatensuppe nach Tomate schmeckt! :-)))

    Mir fällt noch die mangelhafte Ausleuchtung des Schildes auf - Leuchtstoffröhren kommen langsam aus der Mode - LED Rocks! Bald auch am Flughafen München :-)

    Ich könnte noch das ganze Weiter ausführen aber jetzt um halb 3 hab ich kein bock mehr dazu ;-)) Gruß von der Front!

  3. Jo says:

    Hmm da stimme ich nur teilweise zu, sicher bist du da der Experte auf dem Gebiet. Aber du kannst mir nicht verklickern, dass ich nicht erwarten könnte, dass ein Wort wie Gates nicht sauber gesetzt werden kann. Das Wort wiederholt sich dutzende Male, das setzt du einmal richtig für alle Schilder und gut ist.

    Ich kann das in etwa nachvollziehen, bei so nem umfangreichen Projekt wie dem Tom Dixon Katalog kann ich auch nicht bei jeder technischen Zeichnung die Zahlen ausgleichen. Aber ich investiere lieber nochmal ein paar Stunden extra am Ende um auffällige Unsauberkeiten auszumerzen. Dass das nicht ins selbe Detail geht wie bei nem Plakat oder nem Buchtitel ist klar.

    Sicher ist es nochmal etwas anderes wenn ihr das aus der Hand gebt. Ich hatte bisher das Glück, dass ich alles durchgestalten konnte UND mit den verarbeitenden Firmen direkt sprechen konnte wie was wo später gezeigt/installiert wird. Aber bei Projekten dieser Größenordnung ist es wohl etwas anderes. Nur frage ich mich, wenn da eh hunderttausende an Euros reingesteckt werden, warum kann man dann nicht jemanden abstellen, der das sauber setzt? Sonst bleibt eben für Jahre sichtbar, wo gespart und geschludert wurde. So wie eben hier.

    Und stimmt, die Beleuchtung von dem Schild ist echt mies =)

  4. Martin says:

    Tja das ist eben das Dilemma. Typografie ist nur uns wichtig, die Leute sehen einfach nicht das Sachen schlecht gesetzt sind, für die ist es sauber - da kannst du noch soviel reden. Leider sind auch solche Großprojekte sehr knapp kalkuliert. Da haben die Hersteller extrem wenig Spielraum und bei einer Ausschreibung wird immer der günstigste genommen der Qualitativ einfach nicht mithalten kann aber der Kunde wählt natürlich den günstigsten aus und da gibt es leider Differenzen zwischen den Anbietern die zum Teil 100% betragen dann kannst du dir sicherlich denken was da bei den günstigen Firmen gefuscht wird.

    Ich geb dir klar recht das bei solchen Projekten ein gewisser Qualitätsanspruch herrschen sollte, nur leider ist es nicht so.

feel free to comment